Thursday, November 30, 2006

Advent, Advent.....



Heute ist der 1. Dezember, unser 11. Hochzeitstag. Weihnachten ist nicht mehr weit und am Sonntag ist der 1. Advent. Das Wetter hat sich der Jahreszeit angepasst, es ist kalt geworden, sehr kalt sogar, nachts geht das Thermometer runter auf 5 Grad - Rekordkaelte fuer Los Angeles. Tagsueber scheint die Sonne und heizt alles auf, aber der Wind bleibt kalt, was mir nur recht ist. Nachts, wenn wir mit dem Hund noch mal einmal um den Block gehen, ziehen wir uns jetzt dicke Jacken an, obwohl Hans mit seinen ewig warmen Fuessen nach wie vor barfuss in Flip-Flops herum laueft.
Was treiben wir ansonsten so an unseren Wochenenden? Nun, an einem Wochenende hatten wir Tickets fuer die nach 6 Jahren endlich wieder geoeffnete Getty-Villa zwischen Santa Monica und Malibu. Tickets sind limitiert und oft Monate im voraus ausgebucht. In der Getty Villa sind alle antiken Kustwerke untergebracht, vor allem Mosaike und Skulpturen aus dem roemischen Reich und sowie aus Griechenland und anderen Laendern im Mittelmeerraum. Die Villa selbst ist originalgetreu nach Vorlagen fuer eine alte griechische Villa angelegt, komplett mit Innenhoefen und Gaerten. An einem anderen Wochenende hatte Lisa eine Girl Scout Veranstaltung, bei der es um andere Laender ging. Die Leiterin hatte mich um einen Vortrag ueber Deutschland gebeten und dabei gefragt, ob ich dafuer einen Laptop und einen Projektor fuer eine Powerpoint Presentation brauche. Nun, ich hatte zwar immer mal vorgehabt Powerpoint zu lernen, aber ohne Grund war daraus nie etwas geworden. Nun gab es einen Grund und zusammen mit Hans' Hilfe habe ich einen 30 Minuten Powerpoint Vortrag ueber Deutschland zusammengestellt, in dem ich versucht habe, interessante und wissenswerte (fuer 10- jaehrige amerikanische Maedchen) Informationen ueber Deutschland zu vermitteln. Es hat viel Zeit gekostet, noch mehr Spass gemacht und insgesamt habe ich nicht nur Powerpoint, sondern auch sehr viel ueber Deutschland gelernt.
Am letzten Wochenende haben wir am Samstag mit Freunden Peddle-Tennis gespielt...das ist Tennis auf einem kleineren Asphalt Court mit hoelzernen Schlaegern, die etwas wie ueberdimensionale Tischtennisschlaeger aussehen, in die jemand ein paar Loecher gebohrt hat. Und am Sonntag waren wir Inline-skaten am Strand. Lisa ist mittlerweile gut genug um mithalten zu koennen.
So, jetzt werden wir mal Lisa bei einer Freundin fuer ein sleepover abliefern, damit wir an unseren Hochzeitstag ausgehen koennen.

Wednesday, November 22, 2006

Thanksgiving

Wie immer am letzten Donnerstag im November wird heute Thanksgiving gefeiert, gleich nach Weihnachten der groesste Feiertag in den USA.
Im Supermarkt hat jeder einen riesigen Truthahn im Einkaufswagen liegen, zusammen mit Suesskartoffeln, gruenen Bohnen, Cranberries und Pumpkin Pies. Die ganze Familie kommt zusammen, es wird zusammen gekocht und gebacken, die Kinder spielen und wer will sieht Football im Fernsehen, und schliesslich sammeln sich alle um einen grossen Tisch fuer ein ueppiges Festmahl. In vielen Familien ist es Tradition, dass jeder sagt, wofuer er dankbar ist.
Der darauf folgende Freitag ist ebenso traditionel der Beginn der Weihnachtssaison und auch gleichzeitig der umsatzstaerkste Tag im ganzen Jahr. Und weil Thanksgiving fuer die meisten ein 4-Tage langes Wochenende ist, ist noch ausreichend Zeit, die Weihnachtsdekoration aus der Garage zu holen und das Haus von innen und aussen zu dekorieren....Baum eingeschlossen. Wir haben keine Familie, mit der wir feiern koennen und so faellt unser Thanksgiving etwas kleiner aus. Der Truthahn wird durch ein Haehnchen ersetzt, aber auf all die ueblichen leckeren Beilagen wollte niemand verzichten.
Das Wetter ist endlich etwas herbstlicher geworden. Nachdem wir am Montag noch ueber 30 Grad hatten, sind es jetzt angemessene 20 Grad, normal fuer die Jahreszeit.
Nachts ist es manchmal sehr nebelig, was sehr schoen und sehr passend war, als wir mit der Deutschen Schule den alljaehrlichen St. Martins Umzug im Park hatten. Die Kinder hatten selbstgebastetelte Laternen (kaufen kann man die hier nicht), und liefen im dichten Nebel singend um den Leuchtturm herum. Anschliessend haben wir leckeres deutsches Essen (Sauerkraut mit Wuerstchen, kartoffelsalat, Apfelstrudel, Braten....) gegessen, dass die Eltern mitgebracht hatten. Hatte ich eigentlich schon mal erwaehnt, dass Lisa Samstagsmorgens 3 Stunden zur Deutschen Schule geht? Die Direktorin der Mini-Schule (33 Kinder), eine Freundin und ehemalige Lamaze-Schuelerin von mir, ist sogar ganz begeistert von Lisa's Deutschkenntnissen.
Ansonsten sind wir hier schwer beschaeftigt mit kleineren Verbesserungen/ Reparaturen am Haus. Fuer eines dieser Projekte musste Hans auf den Dachboden, der hier eigentlich nie begehbar ist, weil er keinen richtigen Boden hat, nur ein Geruest von hochkant gestellten Latten. Man balanciert auf den Latten, und, wenn man wie Hans Pech hat und ausrutscht, bricht ohne jede Anstrengung durch die superduenne Decke, die nur aus einer Rigipsplatte besteht. Er konnte sich noch oben halten, nur sein Bein baumelte durch das Loch, was noch immer unseren Flur ziert. Ideen haben wir ansonsten noch reichlich, leider fehlt es fuer die Umsetzung vor allem an der noetigen Zeit.
Genug fuer heute, es ist Thanksgiving und es gibt noch viel zu tun!

Wednesday, November 08, 2006

Santa Ana und die Wahlen

Ich haette ja nicht gedacht, dass das irgendwann mal passiert, aber nach zehn Jahren im Land der ewigen Sonne habe ich endlich mein offenbar enormes Waermedefizit gedeckt und sogar ueberschritten. Der Sommer war lang und heiss und hoert einfach nicht mehr auf. Wieder und wieder, mit kaum einem Tag zum abkuehlen zwischendurch, breiten sich Hochdrucklagen aus, die heisse Luft aus dem Osten mit sich bringen und hier als Santa Ana Winde bekannt sind. Ueblicherweise wird dieser Teil der Kueste von frischen Meeresbrisen aus dem Westen angenehm temperiert, der kuehle Wind gleicht die intensive Sonne aus, voila: perfektes Wetter. Aber statt wie sonst jedes Jahr im Oktober die Heizung anzuschmeissen, laufen hier noch immer die Ventilatoren auf Hochtouren. Gestern hatten wir es gut 30 Grad hier an der Kueste, in downtown waren es sogar 35 Grad! Ich wuensche mir richtigen Herbst, nicht den "goldenen", sondern den schmuddeligen, grauen, verhangenen, kuehlen, feuchten........zumindest mal fuer ein paar Tage! Und so wie ich frueher im Wetterbericht auf schoenes Wetter gewartet hab, so hoffe ich jetzt abends auf die Ankuendigung von dramatischer Abkuehlung. Etwas kuehler war es heute bereits, aber das mit dem grauen Himmel klappt noch nicht so ganz.
Dafuer ist heute aber ein anderer Wunsch in Erfuellung gegangen, an dem Hans sogar aktiv mitgewirkt hat: die Republiker haben ihre Mehrheit im Abgeordneten-Haus und im Senat verloren und Rumsfeld hat abgedankt......ist fast wie Weihnachten. Jetzt kann ich nur hoffen, dass die Demokraten einen Ausweg aus diesem riesigen Schlamassel finden, einfach wird das nicht.

Wednesday, November 01, 2006

Trick or Treat


Gestern war Halloween - von Lisa und Millionen anderen Kindern heiss erwartet. Welcher andere Tag im Jahr verspricht schon unbegrenzte Suessigkeiten, sich verkleiden koennen und wildfremde Leute erschrecken, ohne dass man dafuer irgendwas tun muss? Natuerlich sind nicht nur Kinder begeistert, hier gibt es auch viele Erwachsene, die sehr viel Geld, Zeit und Aufwand in die Dekoration ihrer Haeuser stecken. Ganz beliebt sind riesige aufblasbare Figuren, Knochen, Koerperteile, beleuchtete Schaedel und tonnenweise Spinnennetze. Und nicht nur Haeuser werden dekoriert: gestern hab ich u.a. Verkaeufer/innen, Postboten, Krankenschwestern und Lehrer/innen verkleidet gesehen, manche sehr originell und witzig, andere sehr furchterregend. Und alles ist orange und schwarz, inklusive der Zuckerguss auf den Cookies. Unsere Nachbarschaft ist immer voll im Halloween Fieber, fast jeder hat sein Haus dekoriert (was den naechtlichen Spaziergang mit Olli interessant macht) und vor fast jedem Haus sitzen die Bewohner, um beim "trick or treat" die Suessigkeiten auszuhaendigen. Wir hatten Freunde mit 9-jaehrigen Zwillingen eingeladen, die in einer sehr ruhigen (sprich: Halloween freien) Gegend wohnen; ich glaube die Kinder aus der Gegend waren alle bei uns....auf der Strasse war die Hoelle los. Wir haben non-stop Suessigkeiten ausgehaendigt, bis wir auch Teil dieses Zirkusses sein wollten und uns in den Strom eingereiht haben. Lisa konnte schon nach kurzer Zeit fette Beute vermelden, ihre grosse Plastikeinkaufstasche war so voll, dass die Henkel zu reissen drohten. Und als was hatte sich Lisa verkleidet? Nach vielem hin und her wurde "Tonk" (Harry Potter) gegen "Zigeunerin" ausgetauscht, wo sie allerdings ueberhaupt nicht drauf vorbereitet war. Die Improvisation sah eher nach Hippie als nach Zigeunerin aus, aber sie war zufrieden. Ich bin ansonsten froh, dass alles vorbei ist, ich freue mich auf ein Spinnen-freies Haus! Ich fuege mal ein Foto dazu, das ich in den letzten Tagen gemacht habe, damit ihr euch ein Bild machen koennt. Ich werde noch weitere Fotos dazufuegen, sobald diese Funktion wieder funktioniert...z.Zt. weigert sich das Programm. Wenn ihr aufs Bild klickt seht ihr es im uebrigen in voller Groesse und mit allen gruseligen Details.
Fuer Lisa's Girl Scouts bereite ich im uebrigen einen Powerpoint Vortrag ueber Deutschland vor. Es geht um Maedchen in aller Welt und einige Eltern aus verschiedenen Laendern erzaehlen jeweils eine halbe Stunde ca. 70 Maedchen von ihrem Land. Hat irgend jemand noch gute Ideen? Der Vortrag findet am 4.11. statt.

Saturday, October 21, 2006

Von Juroren, Wahlen und wilden Tieren

Wie ihr alle wisst, ist Hans seit August nicht mehr nur Deutscher, sondern ganz offiziell auch Amerikaner. Das bringt ein paar Vorteile mit sich, aber auch ein paar Pflichten und Privilegien. Zu den Pflichten gehoert z.B., dass er jedes Jahr als Juror (Schoeffe) herangezogen werden kann. Und natuerlich haben sie ihn gleich gezogen. Er war erst ein paar Wochen Amerikaner, noch ganz frisch und gruen, und schon musste er sich in Long Beach beim Gericht melden. Im Prinzip ist es ein Pool-System. Man gehoert fuer eine Woche zu einem grossen Pool von moeglichen Schoeffen. Jeden Abend in dieser Woche muss man eine bestimmte Telefonnummer waehlen und seine Jurornummer angeben, und dann erfaehrt man, ob man erscheinen muss oder nicht. Manchmal hat man Glueck und wird nie gebraucht, dann hat man aber trotz allem fuer dieses Jahr seine Pflicht getan. In den ersten Tagen wurde er nicht benoetigt, aber am Donnerstag musste er dann erscheinen. Er hatte Glueck, denn der Prozess fuer den er als Juror dienen sollte, war fuer einen Monat angesetzt, und da konnte er sich mit Auslandsreisen entschuldigen. Meistens sind Prozesse kuerzer, im Schnitt ca. 3 Tage, und da werden fast keine Entschuldigungen akzeptiert, es ist halt Pflicht, niemand wird verschont, man muss dafuer Zeit machen und Arbeitgeber muessen einem dafuer frei geben (aber nicht alle ersetzen den Verdienstausfall).
In zwei Wochen kommen dann die Privilegien: er wird zum ersten Mal waehlen gehen! Hier wird wesentlich oefter gewaehlt, meistens, um ueber bestimmte Initiativen und Geseztesaenderungen zu entscheiden. Es gibt unzaehlige Antraege und Initiativen, die in einer fetten, kleingedruckten Waehlerbroschuere alle erklaert werden, ich frage mich, wer sich da wirklich durchquaelt.
Lisa hat ansonsten vor drei Wochen angefangen, am Samstagvormittag drei Stunden zur Deutschen Schule zu gehen, wo sie sich z.Zt. mit "der,die,das" herumschlaegt. Auch wenn sich das recht trocken anhoert, gefaellt es ihr bisher gut, und ein bischen grammatikalisches Grundwissen kann nicht schaden.
Falls ihr euch fragt, ob es noch immer nach Skunk bei uns riecht: es ist besser geworden, aber weg ist es noch lange nicht. Das Dumme ist, dass Hunde ja in dieser Beziehung unendlich dumm sind. Sie bringen es fertig und attackieren den naechsten Skunk, der ihnen ueber den Weg laueft, sie lernen einfach nicht dazu. Gluecklicherweise sind wir von weiteren Besuchen bisher verschont geblieben, dafuer legt er sich aber regelmaessig mit Waschbaeren und Opossums an. Die Waschbaeren sind allerdings wirklich zu dreist, sie marschieren ungeniert durch die Hundeklappe, waehrend wir nur ein paar Meter entfernt sitzen! Ich hab ja ziemlichen Respekt vor ihnen, sie sind recht gross und frech und koennen gefaehrliche klingende Geraeusche von sich geben, von ihren scharfen Zaehnen und Klauen gar nicht zu reden. Opossums sind vor allem haesslich, sie haben auch scharfe Zaehne, aber sie sind nicht schnell. Wenn es kritisch wird, stellen sie sich tot, wir hatten einen, der kopfueber an seinem langen nackten Rattenschwanz von den Weinreben baumelte und nicht zuckte......er hoffte wohl, wir ignorieren ihn dann. Eigentlich kann er da ruhig haengenbleiben, denn in zehn Tagen ist Halloween, er waere die perfekte Dekoration, aber darueber werde ich beim naechsten Mal berichten.

Thursday, October 12, 2006

Hilfe - ein Skunk!

Irgendwie ist es doch nie langweilig. Nur einen Tag nach unserem Pink Floyd Konzert sitzen wir abends friedlich zuhause, als ich Oliver draussen ploetzlich bellen und aufjaulen hoere. Ich laufe raus und sehe wie Olli die Treppen zur Terrasse hoch laeuft, niest und sich mit der Pfote ueber's Gesicht reibt, gleichzeitig bemerke ich einen scharfen Geruch und denke: Feuer, verbranntes Plastik und dann geht mir ein Licht auf: Skunk!!! Oliver ist angesprueht worden!!! Die Luft scheint wie ein feiner Nebel zu sein und sinkt langsam herab....auf mich! Ich renne zurueck ins Haus, verschliesse die Tuer, die Hundeklappe und das Fenster in der Tuer, renne ins Schlafzimmer und verriegele die Terrassentuer und renne gleich weiter in die Dusche. Der Gestank ist ueberwaeltigend und widerwaertig und ich schrubbe und schrubbe, benutze grosszuegig Shampoo und Duschgel, wieder und wieder, bis das warme Wasser zu Ende geht. Ich gehe in die Kueche, puerriere eine grosse Dose Tomaten (die Tomatensaeure soll gut helfen), verschwinde noch einmal in der Dusche und reibe mich von Kopf bis Fuss mit kalten Tomaten ein.....sehr seltsam. Danach noch grosszuegig Lotion aufgetragen, aber es hilft alles nur maessig, der Geruch ist weniger geworden, aber noch lange nicht weg. Nun muessen wir uns um Oliver kuemmern, der gar nicht weiss, was ihm passiert ist und noch weniger, warum er ausgesperrt ist. Noch einmal kalte Doesentomaten genommen und dieses Mal mit dem Schwamm auf Oliver's weisses Fell verrieben.....uuups....er ist rosa! Nass und zitternd und rosa......
Mit dem Gartenschlauch alles wieder abgesprueht und danach noch dreimal mit Mango-Hundeshampoo geschrubbt.....voila: ein leicht rosa und schrecklich stinkender Hund!
Tja, fuer seine Dummheit musste er mit einer Nacht in der Garage bezahlen, so kam er nicht ins Haus. Viel half es nicht, denn der Geruch war mittlerweile durch alle Ritzen gekrochen, und selbst jetzt, zwei Tage spaeter wird mir noch immer schlecht, wenn ich nach Hause komme. Obwohl mindestens ein Dutzend flackernder Duftkerzen, offene Fenster und wirbelnde Ventilatoren fleissig dagegen ankaempfen haengt dieser Geruch noch immer in der Luft und dort wird dort auch noch eine ganze Weile bleiben.
Morgen kommt Oliver zum Hundefriseur, dort wird er in ein "De-Skunk" Bad getaucht und frisch geschoren, hoffentlich hilft's. So will ihn jedenfalls niemand streicheln...
Skunks sind hier ansonsten ein recht alltaeglicher Anblick, besser gesagt allnaechtlich, denn sie sind nachtaktiv. Sie sind total furchtlos und ziehen gemuetlich ihrer Wege, denn niemand stellt sich ihnen in den Weg, bis auf Hunde natuerlich. Ihre einzigen Feinde sind Autos; wenn sie ueberfahren werden stinkt es entsetzlich noch viele Tage spaeter. Selbst wenn sie nicht spruehen weiss man wenn sie in der Naehe sind, denn sie sind von einer unsichtbaren Gestankwolke umgeben, die durch geschlossene Fenster dringt.

Manche Erfahrungen wuerde ich lieber nicht machen, aber man wird halt nicht immer gefragt.

Monday, October 09, 2006

Pink Floyd


Normalerweise gehen wir abends nur selten aus, aber Pink Floyd in der Hollywood Bowl ist auch in Los Angeles nicht normal......und wir besassen durch Zufall und Glueck Karten fuer dieses ausverkaufte Konzert! Die Hollywood Bowl ist eine Open Air Buehne, ganz in der Naehe vom Hollywood Boulevard, mit ca. 17.000 Sitzplaetzen (es gibt keine Stehplaetze). Waehrend der Sommersaison ist es das "zuhause" fuer das Los Angeles Philharmonic Orchestra, das in der Wintersaison in der Disney-Hall auftritt. Aber neben klassischer Musik sind auch viele andere Musikrichtungen vertreten, vor allem Jazz und bekannte Rockbands, wie z.B. die Beatles. Die Bowl wurde 1922 in einem Canyon errichtet, man sieht keine Haeuser oder Strassen, nur Berge um sich herum. Die Ausstattung hat sich kaum veraendert, die Modernisierung vor ein paar Jahren konzentrierte sich auf akustische Verbesserungen, die alten Holzbaenke sind noch immer da. Weil das Parken dort ein einziger Albtraum ist, haben wir im naechstgelegenen grossen Parkhaus geparkt (unter dem Kodak Theater, wo die Oscars vergeben werden) und haben uns dann zu dem breiten Zug von Leuten gesellt, die die ca 10 Min. die Strasse hoch zur Bowl gelaufen sind (ja, Leute sind gelaufen!) Unsere Sitze lagen in der drittletzten Reihe, soooo weit weg von der Buehne, dass einige Leute um uns herum darueber Witze machten, dass die Buehne in einem anderen Postleitzahl-Bezirk liegt und sie so hoch oben Nasenbluten kriegen.....aber wir waren drin. Klugerweise hatten wir ein Fernglas mitgebracht, aber selbst mit Fernglas konnte ich nicht viel erkennen, selbst auf den 6 grossen Leinwaenden war mit Fernglas kaum etwas zu erkennen! Wenn man zur Bowl geht bringt man ein Picknick mit, dass ist so Tradition, und so haben wir unsere leckeren Haeppchen, den Salat und unseren Rotwein (mit Glaesern) ausgepackt....wie viele andere um uns herum auch. Andere hatten eher an eine andere Form von Vergnuegen gedacht...um uns herum wurden etliche Joints angezuendet und ihr Duft allein reichte fuer die gesamte Bowl. Es gab keine Vorgruppe und Pink Floyd begann zu spielen, als ein riesiger Vollmond hinter einem der Huegel aufging. In der ersten Halbzeit wurden viele aeltere und ein paar neue Stuecke gespielt und ein riesiges aufgeblasenes rosa Schwein schwebte durch die Reihen. In der zweiten Haelfte wurde dann die gesamte "Dark Side of the Moon" gespielt und als Zugabe ein paar Stuecke von "The Wall", mit einem rauschenden Feuerwerk zum Schluss. Ich fand das Konzert gut, sehr gut sogar, auch wenn ich kaum was erkennen konnte, so war ich doch dabei. Die Musik klang genau so, wie man sie in Erinnerung hatte, es war allerdings ein wenig komisch "...we don't need no education.." mitzusingen, wenn man das Schulalter hinter sich gelassen hat. Ich haenge ein Foto von der Bowl an, was allerdings nicht gestern aufgenommen wurde...meine Kamera fand es dort zu dunkel.